dialoge und debatten [Christine und Irene Hohenbüchler ]
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Mutter-KIND(ER)HAUS

Ausgangspunkt unserer Überlegungen war die Situation der Frauen und Kinder, die auf Grund des Kosovokrieges ihre Häuser, ihre Wohnungen, vorallem aber ihre Lebenssicherheit verloren haben. Gemeinsam mit dem Architekten Martin Feiersinger entwickelten wir ein Mutter-KIND(ER)HAUS, ein Wohnmodul für 7 - 8 Kinder, einem Elternteil und eventuell Großeltern.

Modell
Modell für Mutter Kind(er)-Haus, 1999
Foto Christine Hohenbüchler

Das Haus besteht aus einfachen, vorgefertigten Lärchenholz-Bauteilen.

Es wird der nachwachsende Baustoff Holz verwendet, wegen der relativen Leichtigkeit des Materials, des Geruchs, der sofortigen Bewohnbarkeit und des angenehmen Raumklimas.

Die einzelnen Bauteile sind so konzipiert, daß sie mit Menschenkraft auf- und wieder abbaubar sind. Die Haustechnik ist dem flexiblen Umgang mit den Aufstellungsorten angepaßt. Es gibt kein Fundament sondern die Raumpolygone stehen auf Pfosten, die in die Erde verankert werden.

Durch ein wabenartiges System kann entsprechend den wachsenden Bedürfnissen einer Familie jederzeit ein Raum angegliedert werden. z. B. Wohnzellen für größere Kinder, sowie auch ein Arbeitsraum, eine Werkstadt oder noch Zimmer für Verwandte ....

Die kleinste Wohneinheit ist mit 40qm bemessen: eine Wohnküche mit Schlaf- und Naßraum.

Mutter Kind(er)-Haus
Mutter Kind(er)-Haus, Biennale Venedig 1999
Foto Rüdiger Lange

Die Konstruktion soll möglichst kostengünstig sein. Ähnlich einem großen Baukasten sind die Holzmodule beliebig zusammensteckbar und entsprechen somit den veränderten Lebensumständen und finanziellen Möglichkeiten der Bewohner.

Ein Haus zum Verstellen, Umbauen, Mitnehmen; dem Prinzip des Schneckenhauses folgend, eine "lebendige Familienschale" .... .

Dem zer- (ge)störten Vertrauen der Flüchtlinge sollen ein paar gesicherte Wände geboten werden, die ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln und eine Familienidentität wieder entstehen lassen. ...

Es könnte ein utopischer Wohn-Entwurf im Umgang mit Kindern entstehen ... um ein tolerantes Miteinander zu ermöglichen. Wir denken an die Planung einer Siedlung oder eines kleines Dorfes, in dem Bedürftige (vorallem alleinstehende Mütter mit Kindern, Waisenkinder und ältere Personen) Unterkunft bekommen.

 

Mutter Kind(er)-Haus
Mutter Kind(er)-Haus, Biennale Venedig 1999
Foto Rüdiger Lange
Präsentationsform:
Mutter-KIND(ER)HAUS für den österreichischen Pavillon:

Die 3-räumige Zellen-Grundform ist in originaler Größe im Garten des österreichischen Pavillons aufgebaut. Sie ist begeh- und erfahrbar, jedoch ohne dazugehöriges "Innenleben".

Bis Ende Nov.99 bleibt das Haus im Garten des österreichischen Pavillon stehen, danach wird es von S.O.S Kinderdorf übernommen und im Kossovo an einem sicheren Platz wieder aufgebaut. Die österreichische Raiffeisenbank kaufte das Haus an, mit der Auflage, daß es karitativen Zwecken zur Verfügung steht. Mit dem daraus erwirtschafteten Geld wird entweder der Innenausbau des Hauses finanziert oder eine weiteres Modul dazugebaut.


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